Die jüdische Lyrikerin Mascha Kaleko setzt sich in ihrem Gedicht „Memento“ mit der Bedeutung des eigenen Todes und dem Tod geliebter Menschen auseinander.

Im Praktischen Philosophie Unterricht der Klasse 10 haben die Schüler*innen eigene Parallelgedichte verfasst, um ihre Sicht zu teilen. In den nächsten Tagen folgen nun einige Gedichte hier auf dem Schollblog.

Alle Gedichte beziehen sich dabei auf Kalekos Text:

Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,

Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.

Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang

Und laß mich willig in das Dunkel treiben.

Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;

– Und die es trugen, mögen mir vergeben.

Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,

Doch mit dem Tod der andern muß man leben.

Aus: Verse für Zeitgenossen

https://www.maschakaleko.com/memento