Die Bahn hielt an.
Sie stank echt fürchterlich. Jemand streifte sein Blickfeld und setze sich, doch er nahm es genauso wenig war, als wenn eine Fliege an ihm vorbeifliegen würde.
Unbequem, dachte er sich. Warum hatte sein Vater ihm verboten, das Auto zu nehmen? Er wollte doch noch Zeit zu Hause damit verbringen in einem Videospiel zu versinken. Nun musste er hier sitzen. Das echte Leben kennenlernen. Arbeiten gehen, hatte sein Vater gesagt. Arbeiten gehen. Das klang so fremd. Alle würden ihn komisch anschauen, wenn er jetzt arbeiten ging. Er würde nicht arbeiten gehen, er wollte diese ganzen Stellen gar nicht. Er wollte nicht in einem unbequemen Anzug in einer stinkenden Bahn sitzen.
Die Bahn stank echt fürchterlich. Aber sie war warm. Sehr warm sogar. So warm, dass es sie den Gestank vergessen ließ.Und so bequem. Heute war ein guter Tag, sagte sie sich.
Gegenüber von ihr saß ein junger Mann, er trug sehr schicke Schuhe und einen Anzug. Wie teurer so ein Anzug wohl war. Er musste sich bestimmt nicht den Kopf darüber zerschlagen, wie er über die Runden kommen soll.
Aber sie hatte eine neue Arbeit. Würde sie es schaffen? Würde sie genug Zeit und Geld haben, die Kinder zu versorgen? Wenigstens hatte sie die neue Stelle. Und die Bahn, die so warm warm. Dank ihr musste sie nicht durch die eisige Kälte laufen und hatte vielleicht noch Zeit, mit ihren Kindern zu spielen. Sie würde arbeiten gehen und sie würde es schaffen.
Heute war echt kein guter Tag, sagte er sich.
Arbeiten gehen? Keine Zeit, er würde es nicht schaffen.
Die Bahn fuhr weiter.
Ein anonymer Beitrag aus der EF
