Das klingt verlockend und ist tatsächlich auch so.
So verrückt es klingt, im Schlaf verarbeitet dein Gehirn die wesentlichen Informationen, die du den Tag über erlebt, gelernt und erfahren hast.
Wie viel du schläfst, beeinflusst nicht nur deine körperliche, sondern auch deine geistige Fitness. Durch einen gesunden Schlaf wird das Erinnerungsvermögen um bis zu 20% gesteigert. Das kann in der Schule bis zu einer ganzen Note ausmachen.
Nehmen wir an, du schreibst einen Vokabeltest. Lernst du die Vokabeln regelmäßig und auch noch am Vortag, hat dein Gehirn die Chance, diese vom Kurzzeitgedächtnis in das mittelfristige – oder das Langzeitgedächtnis zu verschieben. Allerdings nur dann, wenn du auch ausreichend viel geschlafen hast. Die Verknüpfungen zwischen deinen Nervenzellen werden im Schlaf geübt. Hast du tagsüber gelernt und schläfst ausreichend, dann lernst du die Vokabeln im Schlaf weiter.
Schläfst du dagegen zu wenig, kannst du dir trotz des Lernens die Vokabeln nicht so gut merken.
Ein Beispiel: Die Vokabeln, die kurz vor dem Schlafen noch gelernt wurden, werden im Schlaf weitergelernt. Schaust du sie dir in der Pause vor dem Test an, merkst du dir oftmals nur wenig davon und möglicherweise sogar falsche Verknüpfungen, da deinem Gehirn die Zeit zum Sortieren und Verknüpfen der Informationen fehlt.
Schlafmangel hat tatsächlich einen direkten Einfluss auf dein Arbeiten in der Schule. Er führt zu Aufmerksamkeits- und Konzentrationsproblemen. Du bist vergesslicher und kannst neue Informationen weniger schnell aufnehmen. Du brauchst dann für das Lernen der gleichen Inhalte doppelt so lange wie die ausgeschlafenen Mitschüler*innen.
Der Konsum von digitalen Medien kann sich übrigens kurz vor dem Schlafen negativ auf deine Schlafdauer und Schlafqualität auswirken. Experten empfehlen, die Bildschirme eine Stunde vor dem Schlafen auszuschalten, um die Melatoninausschüttung nicht zu beeinträchtigen.
Ebenso können psychisch belastende Situationen in Schule, Freundeskreis und Familie dazu führen, dass du schlechter einschlafen und durchschlafen kannst. Such dir Hilfe und sprich eine Vertrauensperson an! Je früher du Hilfe suchst, umso besser. Schlaf ist wichtig und du solltest selbst dafür sorgen, dass du genug davon bekommst.
Also besser abends noch einen Podcast/Hörbuch hören oder tu etwas völlig Abgefahrenes: Lies ein Buch.
Ein Beitrag von Anke Schade, Lehrerin am GSG
