Meeresrauschen, Vogelgesang, lautes Gerede. Ich lasse all diese Eindrücke auf mich wirken
und lebe im Moment, in dem ich das Privileg genieße, an diesem Ort zu sein.

Ein leichter Windstoß der Meeresbrise streift meine Schulter. Ich atme tief ein und schließe die Augen.
Ich denke darüber nach, wie ich einer von 16 Millionen Menschen in dieser Metropole bin,
und jeder von ihnen ein anderes Leben und einen anderen Moment durchlebt.

Während meine Augen geschlossen sind, höre ich den Gebetsruf und die unzähligen Menschen, die zum Gebet eilen, um pünktlich vor Ort zu sein. Die Sonne, die tagsüber vielen Menschen das Leben
erschwerte, ist nun untergegangen, und man erkennt die sanften Umrisse des Mondes am Himmel. Alles scheint für einen Moment stillzustehen. Ich weiß, dass dieser Augenblick nur
temporär ist.

Die Lichter gehen nacheinander an, und die Stadt erwacht zum Leben. Ich frage mich, welche Geschichten diese Straßen erzählen – von den Menschen, die sie durchquert haben, von Gebeten, die in stillen Momenten geflüstert wurden, von den Hoffnungen, die von
den Wellen getragen und sanft gegen das Ufer geschlagen werden. Die Welt dreht sich weiter, und ich bin gefangen in einem Moment, der sich wie eine Ewigkeit anfühlt.

Ich stehe hier, um meinen Kopf für einen Moment auszuschalten, aber jetzt spüre ich nur ein Sehnen, das ich nicht benennen kann, das aber schwer in meinem Herzen liegt. Vielleicht ist es die Suche nach Bedeutung oder vielleicht der Wunsch, irgendwo dazuzugehören, verstanden zu werden, meinen Platz in dieser sich ständig bewegenden Welt zu finden.

Während der Himmel dunkler
wird und die Lichter der Stadt heller leuchten, wird mir klar, dass ich nicht nur die Welt beobachte, sondern auch ein Teil von ihr bin. Und vielleicht ist das für den Moment genug.
Die Zukunft kann warten. Für diesen Augenblick bin ich hier, und das ist alles, was zählt.

Ein Beitrag von Sewil aus der Q2