Hallo liebe Leser*innen des Schollblogs!

Ich bin eine ehemalige Schülerin vom Geschwister-Scholl-Gymnasium. Als solche möchte ich mich heute an euch wenden, um über ein Thema zu sprechen, dass mir persönlich sehr am Herzen liegt.

Wenn ich auf meine Zeit an dieser Schule zurückblicke, die einen großen und zweifellos prägenden Teil meines bisherigen Lebens ausmacht, dann bleiben mir viele positive Erinnerungen. Allerdings kann ich nicht leugnen, dass ich hier die schwerste Zeit meines bisherigen Lebens durchmachen musste. Über mehrere Jahre wurde ich ein Opfer von Mobbing in meiner Klasse.

Ich möchte an dieser Stelle ganz klar sagen, dass ich in keiner Art und Weise Expertin bin. Ich möchte in diesem Artikel in erster Linie meine persönliche Wahrnehmung und Gedanken zum Thema Mobbing teilen. Meine Ausführungen stützen sich in erster Linie auf meine eigenen Erlebnisse.

Ich will an dieser Stelle auch darauf hinweisen, dass dieser Artikel unter Umständen auf Grund der Thematik nicht für jüngere Leser*innen geeignet ist.

Mobbing ist ein Begriff, der heutzutage oft inflationär gebraucht wird. So werden damit heutzutage auch einzelne Auseinandersetzungen und Streitigkeiten bezeichnet. Mobbing ist allerdings meiner Ansicht nach ein derart großes Problem, dass wir uns eine Verharmlosung und Banalisierung des Themas einfach nicht leisten können!

Was ist Mobbing denn genau?

Das Wort „Mobbing“ stammt vom englischen „mob“ beziehungsweise dem Verb „to mob“. Dieses beschreibt grob übersetzt eine Gruppe, die sich zusammentut, um jemanden zu belästigen, schikanieren oder anzupöbeln. In der Regel liegt der Fokus auf dieser Idee einer „Gruppe“, die Mobbing so belastend für das Opfer macht. Es geht um eine Bedrängnis durch Gegner in der Überzahl mit dem Konzept „Alle gegen einen!“. Diese Gruppe kann unterschiedlich aussehen. Was man sich meines Erachtens allerdings immer bewusst machen sollte, ist dass es mehrere Arten gibt, sich an Mobbing zu beteiligen.

Es gibt die „Täter“, die das Mobbing initiieren. Diesen wird oft die alleinige Schuld zugeschoben.

Es gibt aber auch die „Nachahmer“, die sich aus sozialem Druck beteiligen, oder die selbst gerne einige Lacher abstauben wollen.

Es gibt die „Zuschauer“, die Mobbing beobachten und meist durch Lachen oder Anfeuern ihre Billigung und Befürwortung zum Ausdruck bringen.

Schlussendlich gibt es die „Wegschauer“, die das Mobbing nicht unterstützen, aber oft aus Angst selbst auf der Seite des Opfers zu landen nicht einschreiten.

Mobbing kann unterschiedliche Formen annehmen.

In der Regel wird das Opfer sozial stark ausgegrenzt. Typisch in der Schule ist es sich zum Beispiel mit fiesen „Spitznamen“ über das Opfer lustig zu machen. Oft werden auch Beleidigungen verwendet und generell wird das Opfer schlecht gemacht. Auch das Bewerfen mit Sachen, Bestehlen, Auslachen oder sonstiges schikanieren gehört oft dazu. In Zeiten von Social Media verfolgt das Mobbing teilweise das Opfer bis nach Hause und ist rund um die Uhr präsent. Der Begriff „Cybermobbing“ beschreibt Formen vom Mobbing im Netz. Konkret kann das zum Beispiel das Ausschließen aus einer WhatsApp-Gruppe, fiese Nachrichten oder auch dass teilen von Bildern einer Person ohne deren Zustimmung und oder gegen ihren Willen bedeuten.

In einigen Fällen kann es zur Androhung von Gewalt oder im schlimmsten Fall auch zu deren Ausübung kommen.

Zu oft kommt es meiner Meinung nach erst in extremen Fällen oder gar nicht zum Einschreiten von Lehrern oder sonstigen Verantwortlichen. Der Schaden, den auch „kleine Sticheleinen“ anrichten können, wenn sie nur lange genug von vielen Seiten auftreten, sollte nicht unterschätzt werden! Es ist selten ein bestimmtes Ereignis, dass beim Mobbingopfer zum Zusammenbruch führt. Meist ist es ein „Tod durch tausend Schnitte“, die Summierung vieler Bemerkungen über einen langen Zeitraum, die das Fass zum Überlaufen bringen. Wenn die emotionale Last also irgendwann zu groß wird, dann wird die Reaktion oft fälschlicherweise als völlig übertrieben und irrational von den Tätern dargestellt.

–> In Teil 2 geht es weiter! Der Folgeartikel erscheint am Donnerstag