Deutschland ist eines der beliebtesten Einwanderungsländer. Viele Menschen kommen jedes Jahr nach Deutschland, um ein neues Leben zu finden: Einer vielleicht, um eine Familien zusammenzuführen, ein Anderer sucht Arbeit, ein Anderer einfach nur einfriedliches Leben.
Eine Statistik sagt, dass 28,7% der Bevölkerung (23,8 Mio.) in 2022 eine Einwanderungsgeschichte hatten. In Deutschland gibt es Regionen, in denen mehr als ein Drittel der Bevölkerung Immigranten sind. Von den 23,8 Mio Personen mit Migrationshintergrund waren 12,2 Millionen Deutsche und 11,6 Millionen Ausländer. Im Jahr 2022 hatten in Deutschland 41,6 Prozent aller Kinder unter 5 Jahren einen Migrationshintergrund.
Anhand dieser Statistik können wir sehen, wie wichtig dieses Thema ist. Jeder Deutsche kennt zumindest eine Person, die aus einem anderen Land nach Deutschland gekommen ist.
Vielleicht habt ihr davon gehört, wie lang und schwierig der Weg ist. Der Prozess hat viele Schritte und Aspekte. Als Erstes geht es um die Vorbereitung von Dokumenten. Die deutsche Bürokratie ist einzigartig. Die meisten Ausländer sind darauf nicht vorbereitet und sehr verwirrt: Viele Ämter, Regeln, Dokumente und Briefe. Sie bekommen Hunderte von Nachrichten und Briefe in einer unbekannten Sprache. Jede Nachricht scheint wichtig zu sein, ist aber nicht immer verständlich.
Ein neues Level an Herausforderung sind Sprachkurse. Sie sind wie eine Arbeit. Man muss dort 5 Stunden am Tag verbringen, 5 Tage die Woche. Die Struktur von Sprachkursen ist manchmal unklar und schwierig. Es gibt zu viele Informationen in kurzer Zeit, sodass die Lernenden nichts verstehen. Sie müssen zuhause nicht nur Hausaufgaben machen, sondern auch noch versuchen, das Klassenmaterial zu verstehen. Das ist offensichtlich ein Teil des Problems, aber es gibt noch viele andere.
Der größte Teil des Problems ist die Integration in die Gesellschaft. Jedes Land hat unterschiedliche Werte und Normen. Im Osten bevorzugt man zum Beispiel eher zurückhaltende Farben. Europäer und Amerikaner tragen dagegen im Alltag häufiger Sportkleidung usw. Einheimische sind gegenüber Immigranten oft voreingenommen. Sie hören einen Akzent, sehen Unterschiede und sind voreingenommen. Viele Menschen möchten nicht mit Menschen mit Akzent sprechen, weil sie glauben, dass sie die Sprache nicht gut beherrschen, obwohl ein Akzent kein Zeichen dafür ist, dass sie ihre Gedanken nicht ausdrücken können. Daraus ergibt sich, dass Ausländer in der Gesellschaft oft ausgegrenzt werden. Man merkt, dass in der Gesellschaft Deutsche hauptsächlich mit Deutschen kommunizieren und Ausländer mit Ausländern (egal aus welchem Land sie kommen).
Beispiele für gelungene Einwanderung und Integration in die Gesellschaft gibt es viele. Ein wunderbares Beispiel für eine gelungene Auswanderung ist der derzeitige Bürgermeister von Kiew, Klitschko. Er wurde der zweitpopulärste Sportler Deutschlands, obwohl er aus der Ukraine stammt. Eine durchgeführte Umfrage aus dem Jahr 2003 ergab, dass 90 % der befragten Deutschen ihn kannten und 70 % von ihnen über seinen Werdegang Bescheid wussten. Eine Umfrage aus dem Jahr 2011 ergab, dass 99 % der Befragten ihn erkannten.
Auch die Verbreitung der eigenen Kultur kann Teil von Integration sein. Man kann (und soll) seine eigene Kultur verbreiten: Vereine gründen, Ausstellungen veranstalten, Artikel und Bücher schreiben, am kulturellen Leben der Stadt, der Region und des Landes teilnehmen. Sie können anderen ihre Gedanken, ihren Hintergrund und ihre Kultur zeigen, aber sie sollten sie nicht zwingen, sie zu übernehmen. Man kann versuchen Interesse zu wecken, aber keine Aufmerksamkeit erzwingen. Ein gutes Beispiel von Kulturverbreitung und Hilfe für Ausländer ist der ukrainische Verein „Ukraine in Not e.V.“. Sie organisieren kulturelle Veranstaltungen (Übersetzungen von Exkursionen in örtlichen Museen, Meisterkursen usw.) und bieten Informationshilfe an, zum Beispiel Übersetzungen von professionellen Übersetzern. Sie können beim Arztbesuch helfen, Reden von Politikern übersetzen und ein Informationstreffen mit lokalen Spezialisten abhalten, die mit der Integration in Deutschland helfen. Sie haben zum Beispiel den Workshop „Pysanka“ organisiert. Da haben sie über die ukrainische Ostertradition erzählt und zeigten den Prozess. Wer wollte, konnte das Ei mit Wachs bemalen, wie man es nach alter ukrainischer Tradition gemacht hat.
Auch eines gutes Beispiel ist der Deutsch-Französische Kulturkreis e.V. (dfk). Er organisiert regelmäßig Veranstaltungen wie Lesungen, Vorträge, ein Literaturcafé, einen Kinoclub, Theaterfahrten oder Kulturreisen nach Frankreich. Er verfolgt das Ziel, den deutsch-französischen Dialog in Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern.
Und noch eine aktuelle Frage: Wie können Deutsche diesen Prozess verbessern? Da gibt es keine richtige Antwort. Jeder hat eigene Probleme, wodurch auch die Lösung vielschichtig ist. Ich möchte ein paar Aspekte nennen, die Ausländer*innen die Integration in Deutschland meiner Meinung nach erleichtern könnten:
1. Sei geduldig. Wenn jemand noch Deutsch lernt und nicht so gut Deutsch sprechen kann, achte nicht auf die perfekte Aussprache oder Grammatik, sondern versuch die Meinung und das Gesagte zu verstehen. Wenn man seine Gedanken nicht richtig ausdrücken kann, bedeutet das nicht, dass die Person dumm ist.
2. Befolge die Regeln des Respekts unabhängig von der Nationalität. Menschen haben Gefühle, unabhängig von ihrer Nationalität und Hautfarbe. Viele von ihnen verstehen bereits Deutsch und verstehen die bösen Kommentare, die man hinter ihrem Rücken über sie sagt.
3. Etwas, das du in einer Sekunde machen kannst, braucht bei anderen viel Zeit. Viele alltägliche Dinge sind noch schwierig und unverständlich für die Immigranten. Wenn du mal jemanden mit einem verlorenen Blick siehst, biete deine Hilfe an. Vielleicht kann dieser Mensch nicht die Name der Straße finden oder hat noch keine Orientierung. Zeig der Person, wie sie den Weg finden kann, wenn du es weißt.
4. Wenn es in der Schule eine Gruppenarbeit gibt, solltest du keine Angst haben, mit Mitschülern mit geringen Deutschkenntnissen zu arbeiten. Nicht jede Arbeit braucht eine besondere Sprachkenntnis oder man kann sie mit dem Übersetzer machen.
5. Fürchte dich nicht, Ausländer kennenzulernen. In guten Beziehungen spielt Nationalität keine wichtige Rolle. Viele Ausländer haben einzigartige Erfahrungen und sind interessante Menschen.
Vielleicht klang dieser Artikel wie eine Forderung, aber das ist er nicht. Deutschland hat schon viel Positives getan. Ausländer sind dankbar für den Schutz, die Sicherheit und das Vertrauen, das die Deutschen uns geben. Vielen Dank für eure Mühe und Geduld!
Ein Beitrag von Milena aus dem 10. Jahrgang

