In Deutschland kommt es immer wieder zu Straßenumbenennungen, die aus verschiedenen Gründen vorgenommen werden. Ein zentraler Aspekt ist die historische Aufarbeitung, insbesondere in Bezug auf Persönlichkeiten, die mit dem Nationalsozialismus oder dem Kolonialismus in Verbindung stehen. Straßen, die nach umstrittenen Figuren benannt sind, werden oft umbenannt, um ein Zeichen gegen vergangene Verbrechen zu setzen und historische Verantwortung zu übernehmen. Ein weiteres Motiv für Straßenumbenennungen ist der politische Wandel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Straßen, die nach NS-Funktionären benannt waren, geändert. Ähnlich geschah es nach der deutschen Wiedervereinigung 1990, als zahlreiche Straßen in Ostdeutschland, die Namen aus der DDR-Zeit trugen, neu benannt wurden. Darüber hinaus werden Straßen auch geändert, um verdiente Persönlichkeiten zu ehren oder um Verwechslungen mit anderen Straßen zu vermeiden. Ein besonders interessantes Beispiel für eine Umbenennung ist die frühere Petersallee in Berlin. Ursprünglich war sie nach Carl Peters benannt, einem deutschen Kolonialisten, der für seine brutale Herrschaft in Deutsch-Ostafrika bekannt war. Da er für rassistische Gewalt und Unterdrückung stand, entschied man sich, den Namen der Straße zu ändern. Heute heißen Teile der ehemaligen Petersallee Anna-Mungunda-Allee, nach einer namibischen Freiheitskämpferin, und Maji-Maji-Allee, in Erinnerung an den Maji-Maji-Aufstand gegen die deutsche Kolonialherrschaft. Diese Umbenennung ist ein Beispiel dafür, wie sich Deutschland kritisch mit seiner Geschichte auseinandersetzt und versucht, ein Zeichen gegen koloniale und rassistische Vergangenheit zu setzen.
Von Ranya
